Auszeit: Nur ein anderes Wort für Urlaub?

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Was ist eine Auszeit? Häufig wird der Begriff ‚Auszeit‘ zumindest im beruflichen Kontext mit Sabbatical bzw. Sabbatjahr gleichgesetzt, das Wikipedia als „ein Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub“ beschreibt. Für mich ist das aber nur die XL-Variante der Auszeit. In meinem Verständnis lassen sich auch deutlich kürzere Zeiträume als Auszeiten gestalten. Vor diesem Hintergrund lautet meine Definition:

Eine Auszeit ist ein begrenzter Zeitraum, in dem ich bewusst Abstand von meinen gewohnten Tätigkeiten und/oder meinem gewohnten Umfeld nehme, um mit besonderem Fokus Klarheit, Muße oder Kraft für einen bestimmten Aspekt meines Lebens zu gewinnen.

Der Begriff ‚Auszeit‘ kommt aus dem Sport. Und die Parallelen in der Zielsetzung sind so erhellend wie naheliegend. Eine Mannschaft, die eine Auzeit nimmt, hat in der Regel die Absicht, etwas ganz bewusst anders zu machen als bisher, um entweder eine drohende Niederlage noch abzuwenden, einen knappen Vorsprung sicher ins Ziel zu bringen oder bei Gleichstand kurz vor Spielende noch den Lucky Punch zu setzen.
Der Auslöser für eine Auszeit im beruflichen bzw. persönlichen Kontext ist demnach auch gravierender als das Gefühl leerer Akkus oder schlichter Urlaubsreife. Da gibt es die Ahnung, etwas grundsätzliches klären zu müssen, etwas zu erledigen, das lange aufgeschoben wurde und wofür jetzt die Zeit gekommen ist oder aber die Gewissheit, dass etwas so nicht mehr weitergehen kann.

Konkret lassen sich – ohne Anspruch auf Vollständigkeit- folgende Zielsetzungen für eine Auszeit im beruflichen / persönlichen Kontext nennen:

  • Persönliche Um- oder Neuorientierung,
  • die Bearbeitung komplexer Probleme, existenzieller Entscheidungen, größerer Konflikte und Krisen jeder Art,
  • Lernen besonderer Fähigkeiten und Qualifikationen,
  • längere Familienprojekte,
  • Selbstklärung
  • Verbesserung des eigenen Ressourcenmanagements (Schlafgewohnheiten, Sport, Hobbys usw.),
  • die besondere Erfahrung, was geschieht, wenn nichts geschehen muss,
  • intensive bzw. grundlegende Regeneration nach längerer außerordentlicher Belastung.

Für keines der genannten Themen ist ein Jahr ohne sonstige Verpflichtungen nötig, um signifikant voran zu kommen. Je nach zur Verfügung stehender Zeit lassen sich auch in kleinen Schritte große Erfolge erzielen. Grundlage dafür ist, für das anzugehende Thema und den nutzbaren Zeitrahmen die passende Form der Auszeit zu finden:

  • Auszeit S (1 bis 20 Minuten)
    Powernap, Autogenes Training, Switch
  • Auszeit M (20 Minuten bis 1 Tag)
    Sport, Persönliche Beratung, Business Coaching
  • Auszeit L (2 Tage bis 6 Wochen)
    Auszeit-Seminare, Sandmann, Rustiko, Vier-Plus
  • Auszeit XL (2 bis 12 Monate)
    Hausbau, Weltreise, Klosteraufenthalt, Meditation XL

Abschließend noch folgende Anmerkung:
Bestimmt jeder von uns hat ein Beispiel in der Familie oder im engeren Bekanntenkreis, bei dem jemand durch eine Verletzung oder Krankheit zur Auszeit „gezwungen“ wurde. In den seltensten Fällen ist das nur Pech. Allerdings muss der Betroffene meist soviel Zeit und Kraft in seine körperliche Genesung stecken, dass kaum etwas übrig bleibt, um mal genau zu schauen, was den persönlichen Einschnitt vielleicht noch begünstigt, wenn nicht gar heraufbeschworen hat. Geschweige denn, was für eine nachhaltige Lösung nötig wäre. Lassen Sie es nicht soweit kommen! Erkennen Sie die Anzeichen rechtzeitig und bestimmen Sie Zeit, Ort, Umfang und Ziele Ihrer Auszeit selbst. Ich helfe Ihnen gern dabei.

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